Wie kann man Schäden vorbeugen?

Die Vorsorge gegen Schäden aus Starkregenereignissen besteht meist aus der Kombination vieler Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sein müssen, das Niederschlagswasser in der Fläche zu halten oder möglichst schadlos abzuleiten.

Dabei ist der einzelne Grundstückseigentümer genauso gefordert wie die Kommunen, denn grundsätzlich muss sich jeder selbst vor den Folgen von Überschwemmungen und Hochwasser schützen (vgl. § 5 Abs. 2 WHG).

Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die unterschiedliche Aufgabenbereiche berührt (Objektschutz durch die Eigentümer, Planung, Gewässerunterhaltung, Abwasserbeseitigung, Straßenwesen ...) und daher ein gemeinschaftliches Vorgehen erfordert.

Was macht die Gemeinde Kürten?

Die Gemeinde Kürten hat in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung, dem Aggerverband und der Unteren Landschaftsbehörde des Rheinisch-Bergischen-Kreises die Risiken, die sich aus den Hochwassergefahrenkarten ergeben, bewertet und im Zuge der sogenannten Europäischen Hochwassermanagementrichtlinie einen Maßnahmenplan erarbeitet.

Dieser umfasst folgende Maßnahmen:

  • Information der Öffentlichkeit und der Betroffenen
  • Beachtung der Überschwemmungsgebiete bei der Neuaufstellung oder Änderung von Bebauungsplänen und dem Flächennutzungsplan
  • Überarbeitung von Alarm- und Einsatzplänen
  • Gespräche mit den Versorgungsunternehmen über gefährdete Anlagen
  • Überprüfung der Hochwassersicherheit der Kläranlagen des Aggerverbandes
  • Abstimmung über den Betrieb des Hochwasserrückhaltebeckens Biesfeld

 

Link zu weiteren Informationen zur Hochwassermanagementrichtlinie im Internetangebot der Bezirksregierung Köln

 

Die Gemeinde Kürten hat zudem nach dem letzten schweren Regenereignis im Juni 2013 ein Ingenieurbüro beauftragt, die Fließwege von oberflächlich abfliessendem Niederschlagswasser zu untersuchen.

Mithilfe von Geschädigten, die Bildmaterial und Schilderungen des Ereignisses zur Verfügung stellten, wurden die Schadenschwerpunkte dieses Ereignisses ermittelt und mit den Ergebnissen der Fließweganalyse verschnitten.

Aufgrund der Ergebnisse aus dem o.g. Ereignis und den Erfahrungen der Vergangenheit (bekannte Schadstellen aufgrund Regenereignissen) wurde das Ingenieurbüro beauftragt, drei Schwerpunktgebiete (Ortslage Bechen, Ortslage Sülze und die Gesamtschule Kürten) genauer zu untersuchen und Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten.

Dieser Arbeitsschritt dauert noch an, nach seiner Fertigstellung wird die Durchführbarkeit der Maßnahmen mit den Betroffenen und den politischen Entscheidungsträgern besprochen.

 

Beispielkarte aus der Fließweganalyse

Was kann ich als betroffener Grundstückseigentümer tun?

  • Liegen Gebäudeteile Ihres Hauses tiefer als die sogenannte Rückstauebene? Wenn ja, haben Sie eine funktionstüchtige Rückstausicherung?

    Diese ist gemäß der Entwässerungssatzung der Gemeinde Kürten Pflicht. Ist keine Rückstausicherung eingebaut oder diese ohne Funktion, kann bei einem Überstau im öffentlichen Kanal durch die private Anschlussleitung Wasser über Bodeneinläufe, Toiletten etc. in die unteren Gebäudeteile eindringen.                           

    Was ist die Rückstauebene? Als Rückstauebene bezeichnet man die höchste Ebene (Wasserstandsniveau), bis zu der das Abwasser in einer Entwässerungsanlage ansteigen kann. Falls von der örtlichen Behörde in einer Satzung nichts festgelegt wurde, gilt stets die Höhe der Straßenoberkante inkl. Gehweg an der Anschlussstelle als Rückstauebene.                                                                                   

    Lassen Sie eine vorhandene Rückstausicherung regelmäßig warten. Ist keine Rückstausicherung vorhanden, lassen Sie sich von einem Experten für Grundstücksentwässerung beraten.

 

  • Hat Ihr Haus einen außen liegenden Kellereingang? Befindet sich dort ein Bodenablauf? Wenn ja, ist dieser gegen Rückstau gesichert? Ist die Kellertür dicht?

    Eine Schwelle am Zugang zur Kellertreppe kann gegen oberflächlich abfließendes Wasser schützen.  Eine Überdachung verhindert das sich Niederschlagswasser am Boden des Kellereinganges sammelt.

 

  • Kann Oberflächenwasser von außen durch Kellerfenster, Lichtschächte oder Außentüren ins Gebäudeinnere gelangen?

    Das Einborden oder Abmauern von Kellerfenstern und Lichtschächten kann vor Überflutung schützen, genauso wie eine Schwelle oder Stufe an Außentüren.

  • Kann Niederschlagswasser der Straße über eine dem Haus oder Garage zugeneigte Einfahrt auf mein Haus / die Garage zufließen?

    Eine Bodenschwelle kann ein Zufließen von Niederschlagswasser von der Straße verhindern (Bitte die Zulässigkeit bei der Gemeinde erfragen).

    Oberflächlich über das Grundstück fließendes Wasser kann bei entsprechender Grundstücksgröße ggfls. auch in eine angelegte Bodensenke geleitet werden, in der es versickern kann.

 

       * Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bei akuter Bedrohung!