Was sind Starkregen?

Starkregen bezeichnen Regenereignisse, bei denen innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich hohe Niederschlagswassermengen auftreten. So kann bei solchen Ereignissen innerhalb von einer halben Stunde durchaus soviel Regen fallen, wie sonst in einem ganzen Monat. Die Niederschläge sind meist räumlich sehr begrenzt, so kann es vorkommen, dass es z.B. in Kürten äusserst stark regnet, während in Dürscheid ein normaler Landregen nieder geht.

Gerade in den Sommermonaten kommt es mittlerweile vermehrt, meist im Zusammenhang mit starken Gewittern, zu Starkregenereignissen mit größeren Schäden.

Im Gegensatz zu Hochwasser an größeren Flüssen sind der Ort, der Zeitpunkt und die Stärke eines solchen Starkregens kaum vorhersagbar und kann daher für die Betroffenen sehr überraschend eintreten.

Wodurch entstehen Schäden?

Ursachen für Schäden durch einen Starkregen sind:

  • der Niederschlag selbst, z.B. Hagelschäden
  • durch das abfließende Wasser mitgerissenes Material
  • oberflächlich abfließendes Wasser, das in Gebäude eindringt (hier spielt vor allem die topografische Lage eines Gebäudes eine entscheidende Rolle - in Senken, an Hängen oder in der Nähe eines Gewässers)
  • das Ausufern kleinerer Gewässer, die nahe an der Bebauung liegen und keinen Raum zur Ausbreitung haben
  • Rückstau von Gerinnen und Bachläufen an Engstellen wie Brücken, Durchlässen, Verrohrungen
  • die Überlastung der Grundstücksentwässerung (Dachrinnen und Fallrohre) und der Kanalisation, so dass diese kein Wasser mehr aufnehmen können und dieses oberflächlich abfließt
  • Rückstau in der Kanalisation aufgrund zu hoher Niederschlagsmengen
  • den Austritt wassergefährdender Stoffe aus Industrie, Gewerbe oder Privathaushalten
  • die Beeinträchtigung des Betriebs der Kläranlagen durch Überflutung

Wieso nimmt die Kanalisation das Niederschlagswasser nicht auf?

Die öffentliche Kanalisation ist auf Normalregenereignisse ausgelegt.  Ausgangspunkt für die Berechnung der Dimensionierung der öffentlichen Kanalisation ist ein Regenereignis mit einer in den technischen Regelwerken definierten Intensität, welches statistisch in gewissen Zeitabständen wiederkehrt.

Bei Unwettern mit Niederschlagsmengen, die deutlich über den angenommenen Werten liegen, kann es trotz baulicher Maßnahmen dennoch zu Überschwemmungen kommen.

Eine Dimensionierung anhand des schlimmsten anzunehmenden Ereignisses wäre finanziell nicht vertretbar. Die Gebührenlast für die Bürger wäre nicht mehr bezahlbar.

Eine weitere Einschränkung ist der oft nicht vorhandene Platz für weitere Rückhaltungen und technische Anlagen in den betroffenen Gebieten.